Manchmal heißt es ja, dass jemand mal einen Elternführerschein bräuchte. Ich greife das hier mit einem Augenzwinkern und mit positiver Lesart auf.

Ich habe den Elternführerschein konzipiert für Menschen mit Kinderwunsch, Eltern in freudiger Erwartung, Eltern mit kleinen Kindern und auch für Menschen, die ein Kind zur Pflege aufnehmen wollen, oder ein Kind adoptieren möchten.

Elternsein beginnt mit Entscheidungen – nicht mit Perfektion…ganz wichtig

Es gibt diesen Moment, in dem Menschen zu mir kommen und sagen: „Wir wollen ein Kind bekommen – aber wir wissen nicht, wo wir anfangen sollen.“ Oder: „Wir haben ein Baby bekommen und plötzlich stehen wir vor Entscheidungen, von denen wir nicht einmal wussten, dass es sie gibt.“ Ein Klassiker. Und manchmal auch: „Unsere Familien haben starke Meinungen zu Taufe, Religion oder Beschneidung – wie gehen wir damit um?“

Ich mag diese Fragen. Denn sie zeigen, dass Elternsein kein Automatismus ist. Es ist ein Weg, der aus lauter Entscheidungen besteht. Manche sind klein, manche groß, manche sehr persönlich. Manche berühren den Körper eines Kindes, manche seine Zugehörigkeit, manche seine Zukunft. Und man hat eine Wahl…. man muss sie „nur noch“ treffen.

Der Elternführerschein ist genau dafür entstanden: ein Raum, in dem Eltern lernen, Entscheidungen bewusst zu treffen – und nicht aus Druck, Angst oder Tradition heraus.

Meine Meinung ist nicht der Maßstab – Ihre Entscheidung ist es

Ich begleite Familien mit einer klaren Haltung. Ich habe Fachwissen, Erfahrung und selbstverständlich auch eine Meinung. Das ist auch wichtig, aber meine Meinung ist nicht die Lösung. Sie ist nicht der Maßstab. Sie ist nicht das Ziel.

Was zählt, ist etwas anderes: Dass Sie eine freie, informierte, mündige Entscheidung treffen. Eine Entscheidung, die zu Ihnen passt, die Sie begründen und vertreten können. Eine Entscheidung, die ihr tragen könnt. Eine Entscheidung, die nicht aus Angst entsteht, sondern aus Klarheit.

Ich gebe Orientierung, nicht Vorgaben. Ich gebe Wissen, nicht Druck. Ich gebe Struktur, nicht Bewertung.

Das ist der Kern der Handlungsorientierten Familienarbeit: Menschen befähigen, statt sie zu lenken. Und außerdem ist das auch geltendes Recht. Ich sage nur: Art. 1 Grundgesetz.

Elternsein ist ein Handlungsraum

Viele glauben eigenartigerweise immernoch, Elternsein sei etwas, das man „einfach kann“. Doch Nähe, Schlaf, Stillen, Bindung, Familienalltag – das sind zwar Instinktthemen, aber in unserer Lebensweise, in der Historie, in der wir stehen, ist das Feld der Erziehungsratschläge riesig geworden. Meines Erachtens sind das Handlungsthemen. Und Handeln kann man lernen.

In der HFA arbeiten wir mit Situationen, nicht nur mit langen Gesprächen, auch wenn die natürlich auch dazugehören. Wir schauen uns an, wie Nähe entsteht, wie ein Baby schläft, wie ein Paar Entscheidungen trifft, wie Belastungen wirken. Wir übersetzen Fachbegriffe in Alltagssprache. Wir schaffen Rituale, die Halt geben. Und wir üben – ganz praktisch.

Religiöse und kulturelle Entscheidungen – ein oft unterschätztes Feld

Kaum ein Bereich zeigt so deutlich, wie viel Herkunft in uns steckt. Taufe, Segnung, Namensrituale, religiöse Zugehörigkeit, Beschneidung – das sind Entscheidungen, die tief in Familien wirken. Sie berühren Identität, Geschichte und manchmal auch Konflikte.

Manchmal Eltern fragen mich: „Dürfen wir uns gegen die Erwartungen unserer Familien entscheiden?“ „Wie erklären wir unserem Kind später unsere Entscheidung?“ „Wie gehen wir damit um, wenn wir als Paar unterschiedliche Werte haben?“

Diese Fragen gehören in den Elternführerschein. Nicht, weil es eine richtige Antwort gibt, sondern weil es eine bewusste Antwort braucht.

Wir arbeiten mit Symbolen, mit Entscheidungsfeldern, mit kleinen Szenarien, spielen das Problem vielleicht mal nach…. Wir schauen uns an, was ein Ritual bedeutet, was ein Eingriff bedeutet, was Zugehörigkeit bedeutet. Und wir finden heraus, welche Werte ein Paar weitergeben möchte – und warum.

Gerade hier gibt es auch ein besonders schönes Geben und Nehmen zwischen mir und den Eltern. Denn ich bin ja nicht allwissend. Ich lerne von den Menschen, die aus anderen kulturellen Kreisen kommen.

Was Eltern wirklich brauchen

Nicht Perfektion. Nicht die eine richtige Methode. Nicht die Meinung der Nachbarin.

Sondern:

– einen sicheren Raum

– eine klare Sprache

– eine Haltung, die stärkt

– eine Begleitung, die nicht bewertet

– die Möglichkeit, den eigenen Stil zu entwickeln oder zu verändern

Elternsein ist kein Wettbewerb (auch wenn es mir manchmal auch anders vorkommt). Es ist eine Beziehung. Und Beziehungen brauchen Orientierung, nicht Druck.

Solidarische Staffelung – weil Familien unterschiedlich sind

Eine Regelstunde (50 Minuten) kostet bei mir 60–100 Euro, je nach finanzieller Lage. Das ist bewusst so gestaltet: Unterstützung soll möglich sein, ohne zu überfordern. In welchem Intervall wir uns treffen (wöchentlich, zweiwöchentlich, monatlich,…) das ist individuell.

Der Elternführerschein besteht aus bis zu 20 Modulen. Aber auch hier passt nicht jedes Modul zu jeder Familie. Wie viele Module bei Ihnen passend sind, besprechen wir auch das vorab ganz transparent.

Warum ich den Elternführerschein liebe

Weil er Menschen befähigt. Weil er Herkunft würdigt. Weil er Entscheidungen sichtbar macht. Weil er Paare stärkt. Weil er Kindern zugutekommt, lange bevor sie geboren werden. Also ich find’s gut 😉