Diesen Satz höre ich öfter. Und er ist verständlich. Wir alle erleben unsere eigene Wirklichkeit als Wahrheit. Was wir fühlen, sehen, denken – das ist unser Alltag, unser Maßstab, unser inneres „So isse, die Welt“
Doch genau darin liegt die Falle:
Manche Klienten können sich ein anderes Leben gar nicht vorstellen. Nicht, weil sie unwillig wären. Nicht, weil sie „zu wenig wollen“ oder „dumm“ sind. Sondern weil ihr Gehirn blockiert ist. Weil es in einer Realität feststeckt, die sich schmerzhaft anfühlt, aber vertraut.
Sie leiden in ihrer Wirklichkeit – und zweifeln gleichzeitig an Veränderung.
Oder sie fürchten sie.
Oder sie vermeiden sie.
Oder sie verhindern sie, ohne es zu merken.
Das Gehirn wartet auf einen Reiz, der es zum Umdenken zwingt
Ich gebe meinen Klienten gern dieses Bild mit:
„Ihr Gehirn wartet auf einen Reiz, der es zum Umdenken zwingt.“
Jedes Gehirn ist potenziell unendlich kreativ. Das Ding ist nicht voll zu kriegen – wirklich.
Es kann sich anpassen, wachsen, neue Wege finden – wenn es nicht blockiert ist.
Ein Beispiel:
Können Sie sich vorstellen, zehn Kinder zu haben?
Nein? Ich auch nicht.
Aber wenn wir sie hätten, würde unser Gehirn Wege finden, damit umzugehen.
Nicht, weil wir plötzlich Superhelden wären, sondern weil unser Gehirn plastisch ist.
Es lernt. Es baut um. Es passt sich an.
„Beginnen wir bei Ihnen.“
Das ist ein Grundsatz in meiner Arbeit.
Nicht, weil Ihr Umfeld keine Verantwortung trägt.
Nicht, weil Sie „schuld“ wären.
Sondern weil wir nur an einem Ort wirklich beginnen können: bei Ihnen.
Sie sind die kleinste Einheit einer Gesellschaft sowie ich auch.
Wenn Ihr Gehirn eine Veränderung vollzieht – und sei sie nur 0,01 % groß –
dann reagieren andere Gehirne darauf.
Menschen spiegeln sich.
Systeme bewegen sich.
Dynamiken verändern sich.
Vielleicht haben Sie recht und Ihr Umfeld bräuchte tatsächlich Hilfe.
Aber wir beide können nur an der Stelle anfangen, an der Sie Einfluss haben:
in Ihrem Inneren, in Ihrem Denken, in Ihrem Erleben.
Und dann passiert manchmal etwas Wunderschönes
Vielleicht sagt in 40 Jahren jemand zu Ihnen:
„Weißt du was? Damals habe ich etwas bei dir gesehen.
Das ist mir im Kopf geblieben.
Und deshalb habe ich etwas erkannt und verändert.“
Was für ein Gedanke. Mich beflügelt das sehr. In den meisten Fällen werden wir es nie erfahren, ob jemand so eine Erfahrung gemacht hat, durch unser Vorbild. Aber wenn man das mal gesagt bekommt, dann geht das runter wie Öl.

